Der Treidelhof

Ganz schlicht ein traditioneller Name für Haus und Hof.

 

Die Namensgebung beruht auf der Geschichte unseres ehemaligen Hofes, vor unserem Umzug nach Güterfelde.

Noch vor dem ersten Weltkrieg gehörte der Hof zu Teltow und wurde als Unterstand der Treidelpferde und der Treidelutensilien genutzt. 1913 wurde unser ehemaliges Haus von der damaligen Teltowkanal AG als namentlich im Grundbuch erwähntes Beamtenhaus fertiggestellt. Das Haus wurde auf Pfeilern errichtet, da der Untergrund noch immer von Wasseradern des ehemaligen Fließes durchzogen war/ist und nur so Stabilität in das Bauwerk gebracht werden konnte. Durch den ersten und zweiten Weltkrieg gingen bedauerlicher Weise einige Unterlagen verloren. Das Haus diente teilweise bis zu 5 Familien als Heimat. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die gesamte Exklave Albrechts Teerofen den amerikanischen Alliierten zugewiesen und gehörte somit zu West-Berlin. Es würde den Rahmen sprengen, von der bewegten Geschichte des Checkpoints Bravo bis zu den Flüchtlingen, die aus dem Teltowkanal gerettet werden konnten, zu berichten.

 

Im Jahr 2000 begannen wir wieder Pferde auf unserem Gelände zu halten und nach und nach hat das eine oder andere Tier hier eine Heimat gefunden.

2004 gründeten wir die Tierarztpraxis ....

2017 zogen wir auf den neuen größeren Treidelhof nach Güterfelde um, 36 ha Land, viel Luft und Raum für Mensch und Tier.

Auch der neue Treidelhof hat eine bewegte Geschichte. Er ist ein Relikt der DDR, das 1983 errichtete ehemalige Landesinstitut für Landwirtschaft und Flurneuordnung (LELF).

2 1/2 Jahre Bauantrag folgten und nach der Baufreigabe darf jetzt, im Jahr 2020, endlich mit der Umgestaltung begonnen werden.

Ein landwirtschaftlicher Betrieb mit Pferdezucht, Hengststation und Rindern in artgerechter Haltung, mit extensivem Obstanbau und kleiner Imkerei.

Dazu kommen 5 Gästezimmer, ein Tagungs- und Veranstaltungsraum und natürlich darf die Tierarztpraxis in keinster Weise fehlen.

Historie

Der Treidelhof befand sich in direkter Nachbarschaft zu der von 1763 bis 1783 nur kurz in Gebrauch gewesenem Pechsiederei, dem Teerofen des Herrn Albrecht. Seit dem Hochmittelalter wurde das harzreiche Kiefernholz zur Herstellung von Pech und Teer genutzt. Zur damaligen Zeit begann die Erschließung der abgelegenen Anteile der Parforceheide, durch die die Bäke mit vielen Seitenarmen floss.

Zitatauszüge aus www.Wikipedia.org: “Die Bäke (früher Telte) ist ein ehemals wasserreicher Bach, der ursprünglich von Berlin-Steglitz bis zum Griebnitzsee bei Potsdam floss und heute nur noch in zwei kleinen Teilstücken besteht.”

“Der zwischen 1900 und 1906 erbaute Berlin-Brandenburger-Teltowkanal nutzte für seine Streckenführung das von dem Fließ ausgeprägte Bäketal, sodass der Bach weitgehend im Kanal aufgegangen ist. Der ursprüngliche Name der Bäke, Telte, gab dem Teltow und damit der gesamten Region im Süden Berlins und im angrenzenden Brandenburg den Namen. Bereits in der Altsteinzeit besiedelt, gehörte das Flusstal zu den Kerngebieten der 1157 gegründeten Mark-Brandenburg. Das seit 1995 als Naturschutzgebiet ausgewiesene Bäketal bei Kleinmachnow soll als eines der letzten ursprünglichen Relikte des Naturraumes Bäkefließ wildwachsende Pflanzgemeinschaften und wildlebende Tierarten erhalten. In ihrem Lauf nutzte und durchfloss die Bäke eine eiszeitlich angelegte Schmelzwasserrinne, die hier den Teltow durchschnitt. Geologisch ist der Teltow eine flachwellige Grundmoränenhochfläche, die in der jüngsten, der Weichseleiszeit vor ca. 21.000 Jahren entstand. Die Ablagerungen dieser Eiszeit sind durchschnittlich 15 Meter mächtig und bestehen meist aus Geschiebemergel und unterlagernden Schmelzwassersanden. Im Bäketal formten die Wasserströme, in Zusammenarbeit mit den verschütteten Toteisblöcken ein besonders bewegtes Relief mit kleinräumigen Hügelketten aus Geschiebemergel und Schmelzwasserrinnen, die heute mit Pfuhlen und Tümpeln durchsetzt sind. Diese aus geologischer Sicht verhältnismäßig lockere Ablagerung erleichterte den Durchstich des späteren Kanalbaus am Seeberg-Weinberg-Höhenzug erheblich, erschwerte allerdings auch die Festigung der Böschungen für die Gleise der Treidelbahn und für die Stabilisierung der Brückenfundamente."

Bis 1945 gab es auf dem Teltowkanal fast keinen Motorschiffsverkehr. Vierzig Jahre lang wurden die Kähne „getreidelt“ (lat. „tragulare", schleppen, ziehen). Zu Beginn nutzte man Pferde, die auf schmalen Treidelpfaden die Schiffe zogen. Soweit irgend möglich, war man jedoch bemüht, den Schleppbetrieb vom festen Ufer aus, mittels elektrischer Lokomotiven einzurichten. Durch die Zerstörungen im 2. Weltkrieg konnte die Treidelbahn nicht wieder in Betrieb genommen werden. Die sowjetischen Besatzungstruppen brachten durch Demontage das endgültige Aus. Relikte der damaligen Zeit sind einige undemontierte Schienen und der unter Denkmalschutz stehende Lokschuppen gegenüber des Treidelhofes."